Amsterdam #2 ~Häuser & Hofjes~

Am Abend vor der Abfahrt kam mir die glorreiche Idee unsere Fahrräder mitzunehmen. Die Stadt der Räder ist einfach mit dem Drahtesel am besten zu erkunden. Schnell sind wir von einer Sehenwürdigkeit zur nächsten gekommen. Von 10.00 Uhr morgens bis 22.00 Uhr abends waren wir unterwegs.

Los ging's am Samstag morgen in den Stadtteil "Jordaan". Unser Reiseführer empfiehlt die sog. "hofjes". Als erstes machten wir uns auf der Suche nach dem Claes Claesz Hofje in der Egelantiersstraat 34-54.

Weiter ging's zum St. Andrieshofje. Die Eingänge zu den Hofjes sind schwer zu finden. Meist gibt lediglich eine Tür in einer Häuserzeile den Hinweis.
Hinter der Tür gelangt man in einen kleinen Korridor...
...und von da in einen wunderschönen Innenhof. Eine Insel der Stille.
Der wohl bekannteste (und wohl am schwersten zu finden), ist der "Begijnhof". In mitten einer pulsierenden Stadt befindet sich dieser umwerfend schöne Innenhof, der Mitte des 14 Jh. gegründet wurde. Hier fanden Frauen aus reichen katholischen Familien, die ihren Ehemann verloren oder nie gefunden hatten, Zuflucht.
Die letzte Begine starb 1971, doch in den Häusern finden auch heute noch unverheiratete Frauen Unterkunft. Das "Houten Huys" (Holzhaus) wurde 1475 erbaut und soll somit das älteste erhaltene Haus der Stadt.

Wäre ich mann-los, würde ich gerne hier wohnen....
Am südlichen Ende des Hofes befindet sich die "Engelskerk", die heute zur Church of Scottland gehört.

Amsterdam ist für mich nun nicht mehr nur die Stadt der Fahrräder und Grachten, sondern auch der schönen Giebeln. Da es in dieser Stadt viel und oft regnet, sind die Dächer sehr steil gebaut. Während sie in anderen Städten ungeschmückt bleiben, wurde es im 17 Jh. Mode die unschönen Dächer hinter schmucke Giebel mit aufwendigen Verzierungen zu verstecken. Beinahe jedes Haus- auch die neuen und modernen Bauten- verfügen über Aufzugsbalken, über die Waren in die Häuser hinaufgezogen wurden und heute noch werden. Möbel z.B. läßt der Amsterdamer über den Aufzugsbalken durch's Fenster anliefern, denn die Treppen sind viel zu schmal und steil.

Beim Anblick einiger Häuser blieb mir buchstäblich das Herz stehen. Gleich kippt's um! Das mag zum einen an faulenden Pfählern liegen, auf denen die Bauten der Stadt stehen, zum anderen mag es auch pure Absicht sein. Der Grund: als es noch keine Sanitäreinrichtungen gab, sollten herabgekiptte Flüssigkeiten (!) auf der Strasse landen und nicht die Fassade verschmutzen. Die armen Passanten...

Zufällig gesehen: ein Kätzchen auf dem Weg nach oben...
  Amsterdam hat (nur) 750 000 Einwohner, auf die rund 400 000 Fahrräder kommen. Die Amsterdamer fahren Rad, so wie die Italiener Auto fahren. Rette sich, wer kann! Da wird nicht nach rechts und links geguckt, da wird einfach drauf los gefahren. Auf unserer ersten Tour am Freitagabend in die City habe ich mich das ein oder andere Mal schon in den Grachten liegen sehen, aber wenn man sich der Fahrweise anpasst, klappt's ganz gut :-)

 

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